«Sprecher» ist ein wunderbarer Beruf. Und so vielseitig! Einige Sprecher bewegen sich bewusst auf ihrem ausgesuchten Gebiet, andere tanzen auf mehreren Hochzeiten und bieten verschiedene Sprechstile an. Hier eine Auflistung der verschiedenen Sprecherberufe mit nicht ganz ernst gemeinter Erklärung der einzelnen Sprechertypen.

Der Radio-Moderator

Der Radiomoderator lebt in einer ganz eigenen Welt. Täglich grüsst er aus dem Äther, versprüht Lebensfreude und lässt es sich nicht anmerken, dass ihm der Sender-Slogan zum Hals raushängt. Der Radio-Moderator kommt meist im Rudel vor, empfindet sich selbst jedoch als einmalig. Sein Sprechstil beruht auf der absoluten Verliebtheit in seine eigene Stimme, so spielt er auch gerne gekonnt mit dem Nahbesprechungseffekt der Grossmembranmikrofone. Meist hat er einen guten Draht zum Sende-Techniker und meldet sich oft bei ihm mit den Worten "Die anderen haben im Mik-Preset viel mehr Wärme und Tiefe - kannst Du das bei mir noch nachjustieren?". Allgemein lebt der Radio-Moderator in seiner eigenen Scheinwelt und glaubt, die ganze Stadt - wenn nicht das ganze Land - spreche gerade über das Fahrrad, das er heute morgen in seiner Show verlosen durfte.

Der Off-Sprecher

Der Offsprecher spricht meist etwas längere Texte als beispielsweise der Werbesprecher. Fliesstext kann der Off-Sprecher mit Punkt und Komma ohne Versprecher darbieten. Über die Jahre hat der Off-Sprecher seinen ganz eigenen Sprech-Stil entwickelt - so wie er spricht sonst niemand. Glaubt er. Es kann vorkommen, dass sich der Off-Sprecher leicht in Rage versetzen lässt, wenn man ihn bittet, etwas mehr auf Punkt zu sprechen, oder diese und jene Textpassage noch etwas mehr herauszuheben. Meist erscheint der Offsprecher mit einer Umhangmappe aus braunem Leder im Tonstudio und setzt die Brille auf, bevor er sich dem vorgesetzten Stoff widmet - der meist wiedermal unter aller Kanone getextet ist und es für ihn deshalb noch einiges anzupassen gibt. Falls der Offsprecher noch auf Text oder Kunden-Freigabe warten muss, trinkt er gerne Espresso ohne Weiss und widmet sich seinem Buch, welches er aus seiner Ledertasche zieht, nachdem er einen Blick in seine Agenda geworfen hat - und diese mit einem leichten Seufzer wieder verschwinden lässt.

Der Werbe-Sprecher

Der Werbesprecher ist sich gewohnt, mit seinem VW Polo einen Parkplatz zu suchen, um gleich danach einen Spot für einen Maybach oder zumindest einen Jaguar zu sprechen. Gerne hat man ihn, wenn er nach der Aufnahme sofort wieder verschwindet und auf persönliche Anekdoten aus seinem stressigen Leben verzichtet. Der geübte Werbesprecher möchte nach den Aufnahmen sowieso gleich wieder los, muss er doch noch ins nächste Studio auf der anderen Stadtseite. Der Werbesprecher teilt gerne mit, dass er selbst eigentlich gar kein Radio und Fernsehen konsumiert, empfindet seine Stimme abends im Werbeblock dann aber doch irgendwie dezenter abgemischt als die seiner Kollegen. Der Werbesprecher ist die Marken-Schlampe schlechthin, auch lacht er sich heimlich ins Fäustchen, wenn er selbentags für zwei Konkurenzmarken im Studio war und es niemand bemerkt hat. Er ist sich gewohnt, locker mal dreissig verschiedene Takes rauszuhauen und weiss spätestens beim achtundzwanzigsten, dass eine Mischung aus Take 1 und 3 verwendet wird. Ist er männlich, kennt er lediglich die Vornamen seiner weiblichen Endkunden, diejenigen der Männer kann er sich meist nicht merken. Wobei er es in der Werbebranche im Allgemeinen und bei Agentur-Mitarbeiterinnen im Speziellen bei der weiblichen Kundschaft sowieso einfach hat: Die heissen alle Jessica, Stefanie, Susanne, Lara, Jeannine oder Sofie. Alle. Immer.

Die Station-Voice

Die Stationvoice kommt meist einmal die Woche vorbei. Oder gar nie. Weil er sich aus seinem eigenen Studio oder einem Partner-Studio zum Sender einlinkt. Eigentlich möchte er Dinge sprechen wie 'heute, 20.15 Uhr' - wird beim Rundfunk jedoch vor allem für ausgeklügelte Station-Claims und Promotionen eingesetzt. Von allen Sprechern hat er am meisten Mysterie-Potenzial: Dauernd hört man ihn, nie kriegt man ihn zu Gesicht. Beim Sender selbst mag man ihn nur bedingt - seine Dauerpräsenz kann teils auch ganz schön nerven. Stimmlich bewegt er sich im monotonen Bass-Bereich, worauf er auch sehr viel Wert legt. Für Sender-Events bekommt er nie eine Einladung, wünscht sich dies aber zutiefst - und würde dann aber doch nicht hingehen. Zur Weihnachsfeier des Senders wird er nur in seltenen Fällen eingeladen - meist geniesst es das Team dann, wenigstens einmal im Jahr Ruhe von dem Typen zu haben. 

Der Trailer-Sprecher

Der Trailersprecher beim Fernsehen ist ne coole Socke. Irgendwie unnahbar, aber eigentlich ein ganz lieber Kerl. Auf Anfragen des Teams, mal eben kurz den Telefonbeantworter zu besprechen, reagiert er je nach Tagesverfassung. Spricht er nicht für einen Sender den Blockbuster-Programmtipp, hört man ihn meist im Einsatz für Movietrailer im Werbeblock. Oder im Kino - wo er selbst übrigens fast nie anzutreffen ist. Er mag keine Popcorn-Knabber-Geräusche. Sonst ist er eigentlich mit wenig zufrieden: Er braucht lediglich seinen eigenen Kopfhörer und hin und wieder ein wenig Lob und Zuspruch von der anderen Fensterseite. Diskussionen über Don Lafontaine bei Kippe und Kaffee vor oder nach den Aufnahmen hängen ihm zum Hals raus, auch mag er den Vergleich mit der Voice of God nicht. Er klingt nicht wie jemand, er ist jemand. 

Der Synchron-Sprecher

Der Synchronsprecher stand - meist gestern Abend - noch irgendwo auf der Bühne. Manchmal meint er, dass auch das Synchron-Atelier eine solche ist. Vielleicht bewegt er sich auch deshalb so gekonnt darin: Anders als auf der Bühne, braucht der Synchronsprecher im Atelier keine langen Texte auswendig lernen. Ein Blick auf den Take, meist liegt dieser zwischen ein paar Worten und höchstens drei Sätzen, einmal O-Ton hören - und zack: Sprechen. Das Kurzzeitgedächnis des Synchronsprechers wird während seinem Arbeitstag derart beansprucht, dass leider sogar sein Langzeitgedächnis darunter leidet: Er kann sich bereits beim Feierabend-Bier nicht mehr daran erinnern, welche Filme oder Figuren er heute synchronisiert hat. Über die Jahre schlich sich bei ihm ein gewisses Gefühl der Einsamkeit ein - überhaupt war früher alles noch gemütlicher, familiärer und besser.

Der Hörspieler

Der Hörspiel-Sprecher ist eigentlich Schauspieler. Gerne erzählt er deshalb auch von seinen Erfolgen als solcher. Oder über Gagen. Meist waren die so schlecht, dass er sein Zubrot in der verhassten Werbung verdienen musste - ein bisschen schämt er sich dafür, ein bisschen stolz ist er darauf jedoch auch. Obwohl er dies nie zugeben würde. Eine regelrechte Plage für ihn ist, dass alle Leute seine Tiefkühlpizza-Werbung im Fernsehen gehört haben, ihn jedoch niemand für seine letzte Hörspiel-Hauptrolle lobt, obwohl diese letzte Woche im nationalen Rundfunk zu hören war. Er ist schon so lange dabei und hat schon so viel erlebt, dass er locker als MacGyver des Sprechens durchgeht. Der Hörspiel-Sprecher mag die Teamarbeit, ist er sich - anders als seine Sprecher-Kollegen - doch die gemeinsame Aufnahme im Tonstudio gewohnt und ist nebenbei auch Meister im Umblättern, ohne dabei auch nur das geringste Geräusch zu machen. Dies hat er nicht in einer Umblätterschule, sondern bereits beim ersten Engagement als junger Sprecher von den alten Hasen der Branche gelernt: Die Blitze die aus den Augen derer kamen, als er ihnen ihren perfekten Take verhauen hat, begleiten ihn manchmal auch heute noch in seinen Albträumen.

Der Hörbuch-Sprecher

Der Hörbuchsprecher ist ähnlich wie ein Adler. So wie der Adler auch ein Vogel ist, ist der Hörbuchsprecher auch - ein Sprecher. Aber ein sehr einsamer ebensolcher. Er kommt, wie der Offsprecher, meist mit einer braunen Ledermappe ins Tonstudio. Bevor er diese Zuhause umschnallte, zog er das Hemd wieder aus und entschied sich dann eben doch für das schwarze Sweatshirt. Wie immer. Die Termoskanne mit Ingwer-Limetten-Gebräu ist sein bester Freund und Begleiter. Nebst seinem Laptop, auf welchem er gerade seinen ersten Bestseller schreibt. Autoren-Lesung, dort soll's hin. Von allen Sprechergattungen gehört der Hörbuchsprecher zur ruhigsten Spezies seiner Art. Er wirkt stets ausgeglichen und in sich ruhend - und lässt sich nicht anmerken, dass er sich schon tierisch auf die letzte Seite des Buches freut. Wie alle seine Kollegen, ist auch er sich seiner Rolle als Mitglied der Königsdisziplin des Sprechens bewusst, würde sich dies jedoch nie anmerken lassen. Im Studio liest er gerne Dinge, die er privat niemals konsumieren würde. 

Der Claim-Sprecher

Der Claimsprecher mag seinen Stundenlohn, ist er doch derjenige Sprecher, der in kürzester Zeit am meisten Kohle verdient. Nicht weil er der beste ist - wie er meint - sondern weil er schlicht am wenigsten Text darbietet. Manchmal kommt er für drei Worte ins Studio. Manchmal dauert dies dann aber doch länger als ihm lieb ist, obwohl er sich gewohnt ist, viel Zeit mit Warten und Zuhören zu verbringen. Er kennt diejenigen Auftraggeber, die ihm gerne vorsprechen wie sie es denn haben möchten genauso gut wie diejenigen, die mal etwas total Verrücktes und Werbe-untypisches produzieren möchten. Er weiss aber auch, dass schlussendlich dann doch wieder die Version genommen wird, die er als ersten Take ablieferte. Dafür wird er geholt, und das kann er einwandfrei. Der Claim-Sprecher geniesst anfänglich sein Leben als solcher und lebt im Glauben, am Ziel seiner Sprecherträume angekommen zu sein. Bis er sich nach inhaltlicheren Texten sehnt und dann mühsam versucht, sich auch in anderen Sprecher-Genre zu etablieren. Falls dies nicht in seinem gewohnten Tempo gelingt, eröffnet er ein kleines Café. Nicht irgendeines, sondern "Das Café".

 

Text: Dominik Zeltner (die wohldosierte Mischung aus eben Gelesenem)

Sie sehen: Wir Sprecher haben alle einen an der Klatsche. Sie möchten ihre Meinung mitteilen? Ich freue mich auf Ihren Kommentar. Moment, und... läuft.

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Traumberuf Sprecher: Wie werde ich Sprecher?

5 Sprecher-Tipps vom Sprecher-Typ und ein Geheimtipp zum Schluss

  • Sprecher werden - Tipp 1: Definieren Sie Ihr Sprecher-Ziel ganz genau.

Das Einsatzgebiet eines Sprechers ist riesig. Ein Stimmarbeiter kann moderieren, referieren, frei erzählen, Telefonmarketing betreiben, predigen - oder eben: Mikrofon-Sprechen. Wobei sich auch hier der Begriff des Mikrofon-Sprechens in weitere Genre unterteilt. Werden Sie sich also erst bewusst, was genau Sie mit Ihrer Stimme arbeiten möchten. Ein News-Anchor wird nicht für Werbespots gebucht - das sind zwei komplett unterschiedliche Sprecherberufe.

Einige meiner Sprecherkollegen machten einen ähnlichen Weg zum Sprecher wie ich selbst: Durch die Arbeit bei Broadcaster, meist in der Moderation. Doch auch hier ist es so wie bei allem, was wir über längere Zeit ausüben: Es prägt sich ein - und das Moderative in der Stimme lässt sich manchmal nur schwer wieder ablegen. Wenn es denn abgelegt werden soll - beispielsweise im Sprecher-Einsatz in der Werbung.

Sprecher ist ein Traumberuf - das stimmt soweit. Es war und ist nach wie vor mein Traumberuf, ich freue mich auf jeden neuen Text und lebe sehr gerne als Sprecher. Der Weg dahin war jedoch nicht mit einem Fingerschnipp getan.

Ob Ihnen das gelingen wird? Wer weiss. Wichtig ist hierbei wie wohl bei allem: Definieren Sie Ihr Ziel ganz genau. Was wollen Sie wirklich? Werbesprecher werden? Sich zum Synchronsprecher ausbilden, oder doch lieber News sprechen?

  • Sprecher werden - Tipp 2: Sprechen Sie täglich und nehmen Sie sich bewusst Zeit dazu.

Wenn Sie Ihr Ziel definiert haben und sich nun klar sind, was 'genau' Sie möchten, können Sie dies nun trainieren. Dies ist wichtig - für Sie und Ihre kommende Kundschaft. Natürlich lerne ich auch heute noch bei jedem neuen Auftrag neu dazu. Wenn Sie Ihre Kundschaft aufbauen und wiederkehrend beliefern möchten, dann lohnt es sich jedoch vorbereitet zu sein. Learning by doing ist nicht zwingend das selbe wie das Leben als Auto-Didakt! Seien Sie vorbereitet auf Ihren ersten, auf Ihren nächsten Auftrag. Indem Sie bereit sind und täglich Texte sprechen, die Sie sich wünschen aufgetragt zu bekommen.

  • Sprecher werden - Tipp 3: Die erste Demo-Aufnahme startet, wenn Sie bereit sind.

Sie fühlen sich bereit für Aufträge, diese lassen jedoch noch auf sich warten? Naja, auch als Sprecher gilt: Tu Gutes, und sag' es laut! Also ab ins Studio, lassen Sie sich von einem Profi ein profesionelles Demo produzieren. Natürlich können Sie dank heutiger Technik auch gleich auf Ihr mobile aufnehmen und diese Aufnahme potenziellen Kunden mailen. Ich persönlich rate jedoch davon ab. Sie möchten mit Ihrer Stimme Geld verdienen - also müssen Sie erst auch etwas Geld dafür investieren.

Holen Sie sich Rat von Profis, fragen Sie in einem professionellen Tonstudio, spezialisiert auf Sprecher-Aufnahmen, nach einem freien Aufnahmetermin.

Falls Sie genug Zeit haben und gerne lieber alles selbst in der Hand haben, lesen Sie hier (Blog-Eintrag folgt) Näheres zu einem möglichen eigenen Studio.

  • Sprecher werden - Tipp 4: Sich um Sprecher-Casting bewerben.

Entweder Sie schicken Ihre bei Sprecher-Tipp 3 erwähnte erste Demo-Aufnahme an Ihre potenziellen Kunden, oder Sie erfragen in grossen Studios nach dem nächsten Sprecher-Casting. Viele Tonstudios der Schweiz führen ihre eigene Sprecher-Kartei und sind laufend auf der Suche nach neuen Stimmen. Vielleicht suchen sie im Momet genau Ihre Stimmfarbe, Ihren Stimm-Charakter und Ihr Stimmalter? Versuchen Sie Ihr Glück. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Hier finden Sie alle direkten Links zu den VPS-Partnerstudios. Bitte, gerngeschehen - und viel Glück und Erfolg!

  • Sprecher werden - Tipp 5: Hören Sie nie auf zu Lernen und haben Sie Geduld.

Vielleicht dauert es eine ganze Weile, bis Sie Sprecher sind. Vielleicht aber auch nicht - und es klappt auf Anhieb und Sie steigen gleich mit einem Höhenflug in Ihren Traumberuf. Die Wege sind verschieden - auch Ihrer wird ganz individuell sein. Bedenken Sie: Egal ob Sie gerade neu als Sprecher gestartet sind, oder ob Sie bereits Jahre ihren Job machen: Hören Sie nie auf zu Lernen.

Mit der Zeit wird dies ganz von selbst geschehen. Es wird wohl schnell soweit gehen, dass Sie nicht mehr als normaler Zuschauer Filme oder Werbung gucken oder wie ein normaler Zuhörer Radio hören, geschweige denn Hörbücher geniessen können. Mir geht es seit längerem so: Ich höre gerne Hörbücher, weiss in den meisten Fällen jedoch nie, worum es geht. Weil ich mich im Analysieren verliere, mit der Melodie und der vom Sprecher eingesetzten Technik mitgehe und irgenwie innerlich mitspreche. Dies bringt mich beruflich zwar weiter - ist manchmal aber auch ziemlich mühsam. Dennoch: Dies gehört dazu zum nie enden wollenden Lernprozess.

Und: Auch nach Jahren in einem Genre tätig, können Sie sich dennoch auf zu neuen Ufern wagen! Das Gebiet Sprechen ist riesig, mir ist auch nach über fünfzehn Jahren noch lange nicht langweilig geworden damit.

  • Vertiefende Links zum Thema Sprechen und Sprecher werden:

Je nach dem, wie alt Sie sind, kommt beim Wunsch nach News-Sprechen vielleicht noch ein Praktikum bei einer Radio-Station in Frage. Lokale Sender bieten immer mal wieder Einsteigern die Chance erste Erfahrung zu sammeln. Auf der Website des Verbandes Schweizer Privatradios finden Sie einen guten Überblick über die privaten Radiosationen der Schweiz und finden auf den jeweiligen Websites bestimmt die richtige Adresse für Ihre Bewerbung.

Sprecherkollege Stefan Naas aus Nordrhein-Westfalen betreibt mit sprecher.info eine wunderbare Plattform mit hilfreichen Informationen zum Sprecher-Beruf. Hier gibts immer mal wieder News aus der Branche und zudem finden Sie wunderbar aufgelistet ein paar Links zu Sprecher-Ausbildungen. Ich kenne davon nur die wenigsten persönlich - Sprecher-Akademien schiessen seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden. Stöbern Sie auf den Websiten rum und machen Sie sich selbst einen Eindruck.

Und nun, den aktuellen und besten Geheimtipp noch zum Schluss, den haben Sie sich nun verdient: Die Vereinigung professioneller Sprecher Schweiz bietet aktuell 3 begleitete Patenschaften für neue Sprecher an. Informieren und bewerben Sie sich ganz einfach hier.

Glück alleine reicht nicht aus, um Fuss fassen zu können. Sie müssen sich erst vorbereiten und ihr Setting beieinander haben, damit Sie dann bereit sind, wenn das Glück anklopft.

Haben Sie konkrete Fragen zu Ihrem Weg zum Traumberuf Sprecher? Melden Sie sich ungeniert bei mir direkt oder kommentieren Sie einfach hier, damit auch andere Leser von Ihrer Frage und meiner Antwort darauf profitieren können.

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Traumberuf Sprecher: Wie kann ich besser sprechen?

5 Stimm-Tipps vom Profi-Sprecher

Ich bekomme immer wieder Mails und Anfragen nach Sprecher-Tipps. Da auch mir immer wieder geholfen wird, helfe ich da jeweils gerne auch. Damit ich nicht wöchentlich lange Einzel-Mails verfassen muss, habe ich hier ein paar Ratschläge zusammengefasst. Für alle, die gerne Sprecher werden möchten oder generell gerne besser sprechen möchten. 5 Sprech-Tipps vom Sprech-Typ:

  • Stimme trainieren: Tipp 1 - Hören Sie erstmal genau hin.

Welche Stimmen gefallen Ihnen? Den perfekten Sprecher gibt es nicht. Es gibt lediglich "geeignete" Sprecher, je nach Produkt, je nach Art der Produktion. Wenn Sie beispielsweise gerne Hörbücher hören, wählen Sie bestimmt auch tendenziell jene aus, bei welchen Ihnen auch der Sprecher oder die Sprecherin besonders gefällt. Stundenlanges Zuhören bei Stimmen, die Ihnen irgendwie einfach nicht gefallen - das geht schlecht und ist sehr mühsam.

Unser Ohr ist ein sehr empfindliches und empfindsames Sinnesorgan. Filtern geht schlecht - wenn Sie beispielsweise der Klang der Stimme oder gewisse Artikulationen des Sprechers nerven, wird es Ihnen sehr schwer fallen, in die Geschichte einzutauchen.

Egal ob bei Hörbüchern, im Radio oder beim Filme gucken: Hören Sie bewusst hin und fragen Sie sich: Was gefällt mir an dieser Stimme besonders, oder was nervt mich daran?

Das entspannte aber bewusste Hinhören schärft Ihre Sinne und Sie werden mehr und mehr feststellen, weshalb Ihnen der Klang oder die Stimm-Melodie eines Sprechers gefällt - oder eben nicht.

Das Beobachten - oder in diesem Fall eben das Hinhören - liegt tief in uns verwurzelt. Diese natürliche Eigenschaft zeigen wir bereits als Baby: Wir lernen durch Beobachten und Imitieren - und damit zum zweiten Stimm-Tipp:

  • Stimme trainieren: Tipp 2 - Imitation

Was früher lediglich bei Kassetten oder CD's möglich war, ist dank heutiger on demand-Technologie sogar beim Fernseh gucken möglich: Pause drücken.

Drücken Sie beim nächsten Film-Abend (vorausgesetzt Sie gucken alleine - Ihr Partner oder Ihre Partnerin würde irgendwann wohl davonlaufen) mal die Pause-Taste und sprechen Sie nach, was Sie soeben gehört haben. Lassen Sie sich vom Sprechtempo nicht verunsichern: Sie versuchen gerade Profis der deutschen Synchronisation zu imitieren! Aber von Profis lernen Sie wohl am besten. Versuchen Sie, die Artikulation und die Stimm-Melodien nachzusprechen. Später auch ganze Sätze oder Abschnitte. Dies können Sie auch 'live' unterwegs im Auto tun, wenn Sie Nachrichten oder ein Hörbuch hören. Gelingt es Ihnen? Haben Sie Geduld mit sich selbt - Übung macht den Meister, Sprechen macht den Sprecher!

  • Stimme trainieren: Tipp 3 - Stimmübungen

Stimmübungen gibt es wie Sand am Meer - meist helfen Ihnen diejenigen am meisten, die Ihnen zunächst am schwierigsten fallen. Je nach festgelegtem Ziel ist die eine oder andere Übung für Sie sinnvoller - generell kann jedoch gesagt werden: Summen und Singen kann nicht schaden, Husten, Räuspern und Rumbrüllen wird auf Dauer ungesund. Tragen Sie Sorge zu Ihrem Instrument, Sie haben nur eines davon. Und doch verhält es sich wie beim virtuosen Violinisten: Je öfter der Bogen gespannt und die Saiten gestrichen werden, desto entspannter und gekonnter kann auf dem Instrument gespielt werden.

Mit der Stimme ist es wie bei der Heizung eines älteren Fahrzeuges: Man kann nicht gleich voll drauflos heizen. Man kanns versuchen, es kommt jedoch nur kalte Luft. Gerade morgens sollten Sie erstmal in Ruhe vor sich hinsummen, summen Sie die Tonleiter rauf und runter - das braucht auch gar nicht laut sein. Wecken Sie Ihre Stimmbänder, die haben wie Sie die letzten Stunden geschlafen! Gähnen ist übrigens ebenfalls wunderbar zum Wecken der Stimmbäder und des gesamten Sprech-Aparates geeignet. Wenn Sie am Frühstückstisch Musik hören sollten: Summen und singen Sie mit! Die Stimme dankt es Ihnen den ganzen Tag - und Ihre Stimmung ebenso.

  • Stimme trainieren: Tipp 4 - Mund-Gymnastik

Ihre Stimme bahnt sich mit Atem den Weg durch Ihre Stimmbänder, die Laute werden nun in Rachen und Mund geformt und die Stimme verlässt Ihren Körper durch die Lippen. Ein ganz wichtiger Muskel dabei: Die Zunge. Ein morgendliches Zungen-Workout kann beispielsweise so aussehen: Ertasten Sie jeden Zahn mit Ihrer Zungenspitze. Führen Sie Ihre Zunge duch Ihren Mundraum, als wären Sie auf einer Entdeckungstour. Rollen Sie die Zunge zu einer Rinne, strecken Sie die Zunge raus, machen Sie sie breit oder drehen Sie sie einmal rum - wenn Sie das können. Kurz: Lassen Sie die Zunge spielen. Wichtig dabei: Kein Stress - diese Morgen-Gymnastik ähnelt eher einem Spaziergang als einer Jogging-Runde.

Nun können Sie auch Ihre Lippen wecken: Machen Sie leise Geräusche, als wären Sie noch ein Kind das in der Badewanne ein kleines Motorboot schwimmen lässt. Sieht doof aus - hört sich vielleicht auch so an, fühlt sich jedoch wunderbar lockernd und befreiend an, wirklich!

  • Stimme trainieren: Tipp 5 - Artikulation üben

Auch hier kann ich nur kurz anschneiden, worum es geht und lediglich einen kurzen Überblick und kleine Tipps zu Arikulations-Übungen geben. Denn hier sind wir bereits sehr im Detail und jeder Mensch hat dabei wohl an ganz individuellen Dingen zu 'arbeiten'. Generell: Soll Ihre Artikulation kurzzeitig klarer werden (wenn Sie zum Beispiel gleich ein wichtiges Telefongespräch, einen Vortrag oder ein Referat haben sollten): Lassen Sie die Korken knallen - trinken Sie aber nicht die ganze Flasche aus, Sie brauchen nämlich lediglich den Korken.

Nehmen Sie einen Korken zwischen Ihre oberen und unteren Schneidezähne und sprechen Sie damit ein paar Sätze. Der störende Korken zwischen den Zähnen hindert die Zunge daran, sich wie gewohnt bei den einzelnen Buchstaben zu formen, sie wird es jedoch unaufhörlich versuchen. Die Folge davon: Wenn Sie nun den Korken aus dem Mund nehmen, werden Sie eine klarere Artikulation als vor dem Korkenspiel bemerken. Ein simpler Trick, den auch ich manchmal anwende, wenn ich vor einer Aufnahme nicht ganz zufrieden mit meiner Aussprache bin.

Sie benötigen nicht zwingend einen Korken: Ich nehme jeweils den Daumen-Ansatz zwischen die Zähne. Andere Dinge oder Gegenstände gehen natürlich auch - nehmen Sie, was gerade so rumliegt und einen sauberen Eindruck macht...

Diese fünf Stimm-Tipps geben dem Thema "Stimme und Sprechen" einen Einblick, einer Vollständigkeit und Klärung Ihrer Fragen werden diese jedoch kaum gerecht. Unsere menschliche Stimme und unsere Sprache ist ein derart grosses Thema, da kommen Sie um individuelles Coaching bei konkreten Problemen kaum rum. Mögilchkeiten gibt es viele - je nachdem, für welches Gebiet Sie sich genau interessieren. Nachfolgend gerne meine ganz persönlichen und sehr hilfreichen Tipps mit Links zu Websiten von befreundeten Stimm-Profis.

  • Logopädie: Da empfehle ich in Zürich gerne Christina Kleinjung - leider hat sie keine Website. Wenn Sie sich bei mir melden, rück ich gerne Ihre Koordinaten raus.
  • Miriam Festl - www.ausgesprochengut.com
    Miriam Festl ist Sprechwissenschaftlerin, Sprachtherapeutin und Trainerin für deutsche Aussprache, Rhetorik und Kommunikation. Sie möchten wissen, wie ein einzelner Buchstabe im Körper geformt und artikuliert wird? Frau Festl hilft und weiss detailliert bescheid. Entweder Sie fahren für Ihr Ziel nach München, oder Sie skypen mit ihr.
  • Meinen Freund Hans 'die Gans' Ruchti lernte ich vor wahnsinnig vielen Jahren bei gemeinsamen Aufnahmen kennen - er sprach ne Fliesse, ich ne Kachel (vielleicht war es aber auch andersrum - wie gesagt, ist lange her). Hans Ruchti kann aber noch viel mehr als Plättli eine Stimme geben. Er ist Schauspieler, Stimmtrainer und Voice Coach, Schweizer Dialekt Profi, und ausgebildeter und geprüfter Stimm- und Sprechtrainer in atemrhythmisch angepasster Phonation. Klingt kompliziert, ist es auch - ausser, man lernt es. Am besten gleich bei ihm - aber bestellen Sie bitte schöne Grüsse von mir und fragen Sie ihn auch gleich, wann wir uns das nächste Mal zum Essen treffen, ok?
    Entspanntes Sprechen und ökonomische Artikulation: www.hansimnetz.ch 
  • Sie möchten besser Sprechen, scheuen sich aber noch vor direktem Menschen-Kontakt? Kein Ding: Kaufen Sie die App 'Besser Sprechen', der wunderbare Dietmar Wunder gibt ausführliche Tipps und Tricks rund um Artikulation, konkrete und vertiefte Stimm-Übungen und ganz nebenbei spricht dabei auch gleich die deutsche Stimme von Adam Sandler und Daniel Craig mit Ihnen.

Mission besser Sprechen kann jedoch nur vollendet werden, wenn Sie beherzen was bei jedem Instrumenten-Spieler gilt: Übung macht den Meister - bleiben Sie dran, es lohnt sich! Und wenn Sie Fragen haben, freue ich mich auf Ihren Kommentar.

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Wieviel kostet ein Sprecher?

Lohnt sich ein professioneller Sprecher - und wieso ist der so teuer?

Die Frage, ob es sich lohnt einen professionellen Sprecher zu buchen, lässt sich mit einem kleinen Vergleich gut beantworten: Möchten Sie Ihren Esstisch lieber von einem Schreiner gemacht haben, oder von mir? Abgesehen von einigen Jahren Werk-Unterricht in der Schule kann ich auch noch ein wenig Wurst-Schnittkunst vorweisen. Der Tisch wird vielleicht ein wenig wackeln - falls Sie dies aber nicht weiter stört: Her mit Ihrem Auftrag!

Auch wenn dieser Vergleich etwas gar herbeigezogen wirkt, ein bisschen Wahrheit steckt dennoch inne. Jeder Mensch, der reden kann, ist ein sprechender Mensch - eben ein Sprecher. Aber deswegen noch kein professioneller Sprecher.

Falls für Ihr Vorhaben eine geübte Stimme, eine professionelle Erfahrung gebraucht wird, empfehle ich Ihnen wärmstens die Wahl eines professionellen Sprechers.

Qualität hat seinen Preis - und dies zu Recht.

Was kostet ein Sprecher? Je nach Land gibt es unterschiedliche Preismodelle. In Deutschland wurde die über lange Jahre gängige Hamburger Liste Ende 2014 von der neuen Gagenliste deutscher Sprecher (kurz: GDS) abgelöst, die - obwohl noch sehr umstritten - von den meisten Sprechern angewendet wird. Umstritten deshalb, weil die professionellen Sprecher bei einigen Aufträgen zwar 'besser' entlöhnt, bei anderen Genre jedoch geringer honoriert werden als zuvor.

Hier in der Schweiz verrechne ich nach der jährlich aktualisierten Tarifliste VPS. Während in Deutschland in Layout (also die Aufnahme) und die Verwertung (also die Nutzung - je nach Dauer und Nutzungsgebiet) separiert wird, ist bei den Schweizer Sprecher Preisen das jeweils erste Verwertungsjahr inkludiert.

Für einen TVC beispielsweise, also einen TV-Spot inklusive dem ersten Verwertungs-Jahr verrechne ich Ihnen wie folgt:

  • Sprechergage CHF 525.-
  • Studio für Aufnahme, Editing und Anlieferung (1. Stunde, Basistarif) CHF 250.-

exkl. 8% MwSt bei Rechnungstellung in die Schweiz

Die Kosten für das Studio entfallen auf meiner Rechnung, wenn Sie meine Stimme extern in einem Studio Ihrer Wahl aufnehmen möchten - je nach Distanz Bubikon-Zielort kommt da lediglich noch etwas an Fahrspesen hinzu.

Interessant für Sie - und eine Vereinfachung unserer Zusammenarbeit - ist, wenn Sie zum Produktionsablauf bei direkter Stimmbestellung auch den Blog über den perfekten Arbeitsablauf lesen.

Womit Sie abgesehen von meiner Dienstleistung noch rechnen dürfen:

  • Auf Ihre Anfrage antworte ich so schnell wie mir möglich
  • Nach Auftragsvergabe bekommen Sie die Stimme in der Regel bis spätestens am Folgetag (Sprechstunde gibts bei mietmaul von Montag bis Freitag)
  • Sauberes Audiomaterial, aufgenommen und bearbeitet in meinem auf Sprachaufnahmen optimierten Tonstudio (Näheres dazu hier)
  • Mein Know-How aus über fünfzehn Jahren professionellem Sprechen
  • Meine Erfahrung aus meiner angestellten Radio- und Fernsehzeit (ich kenne Bild und Ton und das perfekte Zusammenspiel dabei)
  • Meine vollumfängliche Befassung mit Ihrem Text und Ihrem Projekt
  • Bei Aufnahme in Eigenregie mindestens 3 verschiedene Takes

Selbstverständlich können Sie bei den Aufnahmen auch mit dabei sein. Entweder ich verlinke mich realtime via IP mit dem Studio Ihrer Wahl, Sie hören via skype bei den Aufnahmen mit oder Sie kommen ganz einfach bei mir im Studio vorbei.

Doch zurück zur eingangs erwähnten Frage: Lohnt es sich, einen professionellen Sprecher zu engagieren? Meiner Meinung nach, ja - selbstverständlich. Verglichen mit dem gesamten Produktionsbudget und gerechnet mit den Schaltungskosten machen die Sprecherkosten einen kleinen Teil aus.

Und doch: Wir professionellen Sprecher sind ein wichtiges Puzzlestück in Ihrem Werk.

Als ich als selbständiger Sprecher anfing, war ich nicht gleich Mitglied der VPS. Ich habe bei jedem Auftrag und jeder Zusammenarbeit frei entschieden, war offen für Spezialpreise und passte mich auch mal dem Produktionsbudget an. Damit hatte ich die Möglichkeit, mich in verschiedenen Sprech-Genres zu versuchen - und habe mich damit auch über Wasser gehalten. Wo immer es möglich war, versuchte ich die VPS-Gagen zu vereinbaren und habe über die Jahre langsam den Schritt zur vollumfänglichen Anwendung der Tarifliste gewagt.

Einzelne Kunden, meist lokale und regionale, habe ich damit verloren. Bereut habe ich diesen Schritt jedoch nie: Langfristig gedacht - für mich und meinen Berufsstand - sind die VPS-Tarife eine sehr gute Sache, und so bin ich seit ein paar Jahren wieder Mitglied im Sprecher-Verband. Meine Sporen habe ich abverdient, meine Stimme erlangte mit den Jahren auch einen grösseren Wert als zu Beginn meiner Tätigkeit.

Bedenken Sie, sollten Sie noch Bedenken haben: Auch ein Sprecher muss seinem Portfolio Sorge tragen. Ein Sprecher kann nicht unendlich viele Auto-Marken sprechen, nicht unendlich viele Stationen als Station-Voice beliefern - er brandet mit jedem neuen Auftrag seine Stimme mit Ihrer Marke und schliesst somit weitere Marken im selben Segment eine Zeit lang aus.

Die leichte Angst, zwischenzeitlich mal wieder 'verbraucht' zu sein, begleitet wohl jeden Sprecher. Dabei ist es wie im Lift-Geschäft: Es geht mal rauf, mal wieder runter. Einzig das Tempo lässt sich wohl aktiv beeinflussen. Beispielsweise eben mit einer gepflegten und fairen Verrechnung.

Auf der aktuellen Honorarliste der Sprechergagen finden Sie schön aufgelistet die einzelnen Nutzungen und deren Kosten. Wenn Sie Fragen zur Tarifliste haben, kommen Sie am besten direkt auf mich zu, oder kommentieren Sie hier unten diesen Beitrag, falls alle Leser von Ihrer Frage und meiner Antwort darauf profitieren dürfen.

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